Samstag, 2. Mai 2009

Mauer die zweite

Da Henning im Moment Besuch von vier Freunden aus Deutschland hat fuhren wir am Donnerstag zur Mauer um dort zu campen. Da wir insgesamt 9 Leute waren mieteten wir uns zwei Autos die uns zu der Stelle brachten wo wir schon einmal übernachtet hatten. Dieses Mal fand unser Fahrer jedoch die richtige Stelle für den Aufstieg, da er Heiko und Sven vor zwei Wochen dort abgeholt hatte, und so dauerte das ganze nur eine statt drei Stunden. Oben angekommen bauten wir unsere Zelte auf und sammelten Feuerholz. Schnell war das Feuer entfacht und der Grill an. Da wir den Abend vorher im Propaganda verbracht hatten gingen wir alle doch recht früh ins Bett. Am nächste morgen war das Wetter leider ziemlich bescheiden. Die Sicht war nicht wirklich gut und der eine oder andere Regentropfen. Aber als es richtig los ging saßen wir zum Glück schon wieder im Bus nach Beijing.





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Montag, 27. April 2009

Kurztrip zum Tai Shan

Am Wochenende war es wieder einmal soweit. Um dem Unialltag mal wieder zu enfliehen beschlossen wir Chinas heiligsten Berg zu erklimmen. Mit dem Schnellzug ging es innerhalb von 3 Stunden höchste komfortabel bis an den Fuß des Berges. Wir fuhren dies mal vom Beijing Nan Bahnhof (Südbahnhof) ab was bedeutete, dass wir einmal quer durch die Stadt mussten aber das befürchtete im Stau stehen blieb aus. Die neue U-bahn Linie dorthin befindet sich im Moment leider noch im Bau. Als wir ankamen konnten wir unseren Augen kaum trauen. Der Bahnhof glich eher einem Flughafen. Auch die Sitten die wir auf chinesischen Bahnhöfens sonst so zu finden sind waren hier nicht zu finden. Alles in allem waren wir sehr positiv beeindruckt.
In Tai'an angekommen ging es sofort Richtung Berg. Wir wurden auch von Menschenmassen begrüßt. Der Berg nach oben glich teilweise eher einer gut befahrenen Autobahn, was die steilen Treppen aber nich leichter machte. Nach ca. 2 Stunden war der Gipfel dann erklommen, da sind wir teilweise schon andere Kaliber gewohnt. Da es oben doch sehr kalt war mieteten wir uns für 5 kuai erstmal höchst stylische Militärmäntel. Warm gehalten haben die Dinger auf jeden Fall. Oben quartierten wir uns dann in einem sehr einfachen aber für die Nacht ausreichendem Hotel ein. Morgens hieß es dann auch schon um 4:30 aufstehen um den Sonnenaufgang mitzuerleben. Verpassen konnte man das ganze auf jeden Fall nich da ein Raunen durch die Menge ging und vereinzelt auch Manche zu klatschen anfingen. Um 10 ging dann auch schon unser Zug wieder zurück nach Peking. Alles in allem ein gelungener Wochenendausflug.


Sonnenaufgang

Montag, 20. April 2009

Huang Shan / Nanjing

Leider gabs hier schon länger nichts mehr zu lesen, aber in letzter Zeit hatte ich viel um die Ohren. Ich hatte Besuch aus Deutschland von Jutz und Gurda und meine Studienarbeit will ich geschrieben werden. Deshalb gibts jetzt mal wieder ein paar Bilder von unserem Trip zum Huang Shan. Mit dem Flieger ging es bis auf ca 70 km an den Berg heran. Leider blieb unser Flieger in Beijing aber länger am Boden als es uns lieb war. Irgend ein Genie hatte beim Securitycheck aus versehen den Schlüssel eines anderen eingesteckt und dies hatte jemand entdeckt (und anstatt es ihm zu sagen direkt die Polizei gerufen). Also wurde unser Flieger über eine Stunde am Boden festgehalten um den Vorfall zu klären. Die Chinesen an Bord wurden langsam ungeduldig und musste sogar mit einer vorgezogenen Mahlzeit besänftigt werden.
Der Berg an sich war relativ schnell erklommen. Schon nach 2.5 h waren wir oben angelangt. Doch leider spielte das Wetter nicht wirkliche mit. Es war nass und neblig und gesehen haben wir an dem Abend nicht mehr wirklich viel. Also quartierten wir uns in einem Hotel auf dem Gipfel ein und hofften darauf, dass die Sicht am nächsten Morgen besser wird. Leider hatten wir auch dort kein Glück. Doch wie so oft sollten wir doch noch auf unsere Kosten kommen. Auf den Weg herunter riss der Himmel auf und die Sonne schien. Man sah super wir die Nebelschwaden den Berg entlang wanderten.

Huang Shan

Von Huang Shan ging es dann weiter für einen weiteren Tag nach Nanjing wo wir uns die dortigen Sehenwürdigkeiten anguckten bevor wir einen Tag später mit dem Nachtzug wieder nach Peking fuhren. Und in Nanjing passierte auch etwas was von dem wir über 4 Monate verschont blieben. Es regnete. Ja richtig die Aachener Studenten lesen richtig, mit einer kleinen Ausname von Seoul (War ja aber auch ein anderes Land ;) ) hatten wir bis zu diesem Zeitpunkt keinen Regen gesehen....

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Dienstag, 24. März 2009

Urlaubsbericht: Haerbin

Da wir unseren Urlaub bis zum letzten auskosten wollten flogen Stefan und ich von Guilin aus noch weiter nach Haerbin. Dies liegt ganz im Norden von China und ist dementsprechend kalt. Als wir ankamen waren es -20 °C. Also verdammt kalt. Haerbin ist berühmt für sein Schnee und Eisfestival. Die ganze Stadt hat einen rusischen Touch, da diese relativ nah an der rusischen Grenze liegt. In den Straßen kann man hier und da sogar kyrillische Zeichen lesen. Wir hatten schon im Dezember versucht dort hinzukommen haben aber leider keine Zugtickets bekommen. Das Festival war offiziell zwar schon vorbei aber die Skulpturen standen trotzdem noch. Leider sah man aber den Schneefiguren an, dass diese schon drei Monate alt waren. Das Eisfestival war aber doch sehr beeindruckend. Seit diesem Trip hat sich mein Empfinden für Kälte auf jeden Fall neu definiert. Man kann sich einfach nicht vorstellen wie unglaublich kalt es wurde als die Sonne untergegangen war. Nach einem Tag waren wir auch froh als wir mit dem Zug wieder ins 0°C "warme" Peking zurückkehren konnten.

Schneeskulptur

Eisfestival

Urlaubsbericht: Yangshuo

Nach einer wirklich schönen Zeit verließen wir dann per Flieger Yunnan Richtung Guangxi, genauer gesagt nach Guilin. Nach einer weiteren Stunde Bus erreichten wir dann Yangshuo. Die Gegend ist sehr berühmt für die wirklich ungewöhnliche Karstlandschaft. Diese ist auch auf dem 20 Yuanschein abgebildet.
Als wir ankamen wurden wir von wirklich warmen Wetter überrascht, da andere Gruppen nur ein paar Wochen vorher dort gefroren hatten. Wir entschlossen uns daher kurzerhand zu einer Kanutour über den Li-River. Davon existieren leider keine Fotos, da die Wahrscheinlichtkeit meine Kamera zu zerstören doch zu hoch gewesen wäre. Es gab jedoch den ein oder anderen Moment der es Wert gewesen wäre dokumentiert zu werden (Nein geschlossene Bierflaschen schwimmen nicht Stefan! ;) ).
Am nächsten Tag trafen wir dann auf Heiko und Sven die aus Hainan eingeflogen kamen. Tagsüber mieteten wir uns Fahrräder und fuhren durch die Gegend.

Karstlandschaft...

Abends ließen wir es uns nicht nehmen eine Touritour der fieseren Sorte mitzumachen: Kormoranfischen. Dabei wird dem Kormoran der Hals mit einem Strick verengt, so dass er den Fisch zwar fangen aber nicht schlucken kann. Anscheinend waren die Stricke bei unseren Vögeln aber zu locker. Die meisten haben es geschafft die Fische zu schlucken. Es war aber wirklich interessant zu sehen aus was man für Ideen kommen kann.

Kormoranfischen

Da das Bild auf dem 20 Yuan Schein aus dieser Gegend stammt machten Jörn und ich uns dann am nächsten Tag auf um dieses Panorama zu finden. Also wanderten wir den ganzen Tag Den Li-River entlang. Immer wieder hörten wir von links und rechts des Wegesrandes ein "Hello Bamboo". Anscheinend jeder in dieser Gegend besitzt so ein Bambusflos oder kennt jemand der eins hat. Mit diesem kann man sich dann über den Fluss schippern lassen. Nach einer Zeit kann einen das Ganze aber doch nerven.

Da is das Ding!

An unserem letzten Tag gingen wir dann in den Felsen klettern. Die Idee kam von Heiko und Sven die auch in Peking regelmäßig klettern gehen. Das Gebiet ist sehr bekannt für seine Kletterrouten. Wir mieteten uns einen Guide und Material in einem Laden im Ort und verbrachten den Tag dann mit klettern.


Heiko geht den Fels hoch...

FOTOS

Urlaubsbericht: Yuanyang

Als nächstes Reiseziel hatten wir uns die Reisterassen in Yuanyang ausgesucht. Von Kunming aus sollte es mit dem Sleeperbus weiter gehen. Was eine recht entspannte 6 Stunden Busfahrt werden sollten kam dann aber doch ganz anders. Wir wunderten uns zuerst warum wir am Busbahnhof vorbei an den ersten Reihen an geparkten Bussen zu einem alten heruntergekommenen Bus in der letzten Ecke des Busbahnhofs geführt worden vor dem ein großer Haufen Säcke lag.

Noch wurde vor dem Säcken posiert...

Unsere Mitreisenden konnte man guten Gewissens als Pöbel bezeichnen. Von Innen hielt der Bus auch was er von Außen versprach. Alles war heruntergekommen und der Geruch war auch eher speziell (ein Chinese forderte einen anderen auf seine Füße doch mal schleunigst aus der Nähe seines Kopfes zu bewegen weil diese doch sehr stinken...der Privatunterricht macht sich also doch bezahlt). Als der Bus eigentlich fahrplanmäßig abfahren sollten wurde auf einmal angefangen den ganzen Kram der um den Bus herumlag auf das Dach zu schnallen. Mit Seilen wurde allersamt Kram aufgeladen darunter auch ein riesen Fernseher. Der besorgte Maschinenbauer machte sich auch langsam um die Überladung des Busses und war froh als der Fahrer dem ganzen Irrsinn dann Einhalt gebot. Doch ein paar Hunderter ließen dessen Widerstand auch schnell verfliegen und es wurde munter weiter auf das Dach geladen. Irgendwann war das Spektakel dann vorbei und wir konnten uns in unsere ca. 1,40 Meter langen Betten kuscheln. Stefan und ich teilten uns ein Doppelbett. Jörn hatte das Vergnügen sein Bett (und seine Mickeymouse Bettdecke!) mit einem Chinesen zu teilen. Nicht wie vorgesehen 6 Stunden dauerte die Fahrt im Endeffekt über 9. Mit tollen 1 h Stops um ein Paket im nirgendwo abzuliefern.

es wurde lustig aufgeladen...

Als wir dann doch endlich einmal ankamen mieteten wir uns eine Fahrerin die uns den kompletten Tag herumfahren sollte. Sofort ging es los um noch den Sonnenaufgang zu erwischen. Für den tollsten Effekt kamen wir wohl ein paar Minuten zu spät aber es war trotzdem richtig schön.

Sonnenaufgang

Den restlichen Tag verbrachten wir dann damit uns durch die Gegend fahren zulassen und durch die Reisterassen zu laufen. Es ist echt beeindruckend wenn man bedenkt, dass alles einmal mit den Händen angelegt wurde.

Reisterassen...

In unserem Hostel trafen wir dann einen deutschen der mit dem Fahrrad von Bangkok bis nach Hamburg fährt. Dieser ist eigentlich Beamter und hat sich sein Sabattjahr genommen und lebt dieses Jahr von seinem halben Gehalt und finanziert sich so seine Reise. Diesen nahmen wir dann mit um uns den Sonnenuntergang anzusehen. Natürlich wimmelte es nur so von Chinesen mit ihren teueren Fotoausrüstungen. Da es aber doch ein wenig steil den Berg herunterging, mietete sich der wohlbetuchte Chineses kurzerhand einheimische schmächtige Damen die die schwere Kameraausrüstung für sie den Berg hoch und wieder herunter trugen....

Sonnenuntergang


Urlaubsbericht: Shangri-La

Weiter ging es weiter Richtung Norden und auf über 3000m nach Shangri-La an die Grenze zu Tibet. Dort konnte man eindeutig den tibetanischen Einfluss spüren. Jörn und Stefan hatten am Abend zuvor während ich im Bett lag in Lijiang zwei Mädels aufgetan die spontan mit uns mit nach Shangri-La kommen wollten. Wir besuchten das größte buddhistische Kloster in China außerhalb Tibets. Dies hat uns auf jeden Fall schonmal einen Vorgeschmack auf unsere im Frühling geplante Reise nach Tibet gegeben und definitiv Lust auf Mehr gemacht.

Das Kloster

Im Kloster...

Mönche die ihre Gewänder waschen...

einfach ein schönes bild...

Am nächsten Morgen als es eigentlich weitergehen sollte in die Tigersprungschlucht musste ich aber dank meiner Krankheit dann die Reißleine ziehen. Eine zweitägige Wanderung traute ich mir dank Fieber wirklich nicht zu. Also ging es für mich ins chinesische Krankenhaus und für die anderen mit dem Bus weiter in die Tigersprungschlucht.
Bewaffnet mit meinem Mandarin Phrase Book ging es dann ins Krankenhaus. Sofort durfte ich in einem Arztzimmer Platz nehmen. Auch der Arzt ließ keine zwei Minuten auf sich warten. Der Doktor der dann hereinkam erinnerte mich zwar mehr an einen tibetanischen Schafshirten als an einen wirklichen Doktor aber in dem Moment war mir das auch egal. Er fragte was ich habe. In gekonnten Chinesisch erwiderte ich, ich sei krank. Wo denn war seine nächste Frage. Mit meinem Finger deutete ich in meinen Rachen und laß Fieber aus meinem Phrasebook ab. Ergänzend fügte ich noch in feinstem Mandarin ein "und über alles nicht gut" hinzu. Ohne auch nur von seinem Stuhl aufzustehen erstellte der Doc seine Diagnose. Währenddessen kam auch noch eine tibetische Familie herein und eine Frau drückte dem Arzt ein Telefon ans Ohr. Die vier Männern nahmen währenddessen hintermir auf eine Bank platz. nach eine paar Minuten während mit einer Hand telefoniert und mit der anderen mein Krankenblatt ausgefüllt wurde waren wir dann wieder unter uns. Als ich fragte was ich denn hätte bekam ich auch prompt eine Antwort auf Chinesisch. Verstanden hab ichs natürlich nicht. Also versuchte der gute Mann mir das ganze aufzuschreiben. Wenigstens lesen wird der komische Ausländer ja wenigstens können...ob ich bis heute genau weiß was ich hatte kann sich ja jeder selber denken.
Als nächstes wurde ich dann zur hauseigenen Apotheke geschickt wo ich meine Medizin bekam. Am einen Schalter musste ich zahlen um zum nächsten zu gehen wo die Pillenausgabe war. Ich bekam Antibiotika und zwei andere Medikamente von denen ich nicht genau weiß was es war. Insgesamt durfte ich von da an die nächsten Tage lang 3 x 8 Tabletten pro Tag schlucken. Unter 15 Minuten war ich aus dem Laden wieder raus und hatte meine Medizin und Arztbesuch für sagenhafte 3.60 Euro bekommen. Geholfen hat das ganze aber sehr rasch und schon nach ein paar Stunden ging es mir merklich besser. Mit dem Bus ging es dann weiter nach Lijiang wo ich am nächsten Tag die anderen wieder treffen sollte.

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